
1. Ausgangspunkt: Dynamische Entwicklung nach der Vereinbarung
Seit der im November 2024 mit Ulrich Riedel getroffenen Vereinbarung zur Weiterentwicklung des Gesprächskreises Frankfurt haben sich zwei der drei Bereiche organisatorisch, inhaltlich und in ihrer Reichweite deutlich weiterentwickelt.
Diese Entwicklungen waren nicht zufällig, sondern Ergebnis gezielter Arbeit, neuer Formate und einer bewussten Öffnung nach außen.
Der dritte Bereich nahm an dieser Dynamik jedoch nicht im gleichen Maße teil, sodass sich bereits früh unterschiedliche Entwicklungsgeschwindigkeiten und Ausrichtungen abzeichneten.
2. Die Frankfurter Friedensgespräche – Professionalisierung und Reichweitengewinn
Die Frankfurter Friedensgespräche haben sich in diesem Zeitraum zu einer anerkannten und geschätzten Plattform entwickelt – sowohl regional als auch überregional.
Kennzeichnend hierfür sind:
- eine generationenübergreifende Ansprache,
- die konsequente Nutzung moderner Kommunikationsformen
(YouTube, Telegram, Streaming, mediale Aufbereitung), - eine professionelle Organisation und Durchführung,
- sowie die erfolgreiche Kooperation mit unterschiedlichen Partnern.
Diese neue Form der Öffentlichkeit wird inzwischen gezielt von Kooperationspartnern genutzt, um Inhalte mit teilweise überregionaler Reichweite zu platzieren.
Die Frankfurter Friedensgespräche haben sich damit als verlässlicher Kooperationspartner etabliert, dessen Format und Arbeitsweise anerkannt sind.
3. Die Website – Informationsmedium und Vernetzungsansatz
Parallel dazu hat sich die Website zu einem beachteten, professionell gestaltetem Informationsmedium entwickelt.
Ihre Funktionen gehen dabei deutlich über eine reine Terminübersicht hinaus:
- Sie dient der Verbreitung von Veranstaltungen eigener Formate und von Kooperationspartnern.
- Sie begleitet aktuelle geopolitische und gesellschaftliche Entwicklungen auf Grundlage der Werte und des Selbstverständnisses der NachDenkSeiten.
- Sie verfolgt – gemeinsam mit den Frankfurter Friedensgesprächen – den Anspruch, erste Impulse für eine übergreifende Vernetzungsplattform zu setzen.
Besonders relevant ist dabei:
- Die Website bildet eine Plattform, über die sich regionale NDS-Gesprächskreise und Interessengruppen miteinander vernetzen können.
- Erste konkrete Erfolge dieser regionalen und überregionalen Vernetzung sind erkennbar.
- Dieser Prozess wird aktiv weiterverfolgt.
4. Zusammenfassende Wirkung dieser Entwicklungen
In der Gesamtschau lässt sich festhalten:
- Der Wirkungskreis des NDS-Gesprächskreises Frankfurt wurde deutlich erweitert.
- Eine breitere Öffentlichkeit nimmt die Aktivitäten wahr.
- Kooperationspartnerschaften wurden nicht nur angekündigt, sondern praktisch etabliert.
- Die Vernetzung der NDS-Gesprächskreise – regional wie überregional – ist zu einem aktiven Arbeitsfeld geworden.
Diese Entwicklung stellt eine qualitative Veränderung gegenüber dem früheren Zustand dar.
5. Die Situation der Vor-Ort-Treffen – eine gegenläufige Entwicklung
Demgegenüber ist bei den Vor-Ort-Treffen eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten:
- Der bisherige Treffpunkt ging verloren.
- Mehrere Teilnehmende haben sich zurückgezogen, insbesondere aufgrund als aggressiv wahrgenommenen Verhaltens einzelner Beteiligter.
- Potenzielle neue Interessenten haben sich nicht dauerhaft in die Runde integriert.
Statt einer Öffnung nach außen und der Integration der Möglichkeiten der neuen Formate ist hier eine Verengung zu beobachten.
6. Wahrnehmung und Problembeschreibung
Aus heutiger Sicht entsteht der Eindruck, dass die Vor-Ort-Treffen:
- zunehmend von einzelnen langjährigen Teilnehmern dominiert werden,
- weniger als Ort des offenen Austauschs wahrgenommen werden,
- sondern eher als Plattform zur Selbstdarstellung fungieren.
Gleichzeitig scheint ein Teil dieser Runde die neuen Entwicklungen – insbesondere die erweiterten Formate, Reichweiten und Vernetzungsangebote – nicht wahrhaben zu wollen oder bewusst abzulehnen.
Dies führt faktisch zu einer Entkopplung:
- Während sich andere Bereiche dynamisch weiterentwickeln,
- verharren die Vor-Ort-Treffen strukturell und kulturell im alten Format.
7. Neue Handlungsspielräume und unterlassene Weiterentwicklung
Festzuhalten ist, dass die beschriebenen neuen Kommunikations- und Handlungsspielräume grundsätzlich allen Beteiligten gleichermaßen offenstanden. Es handelte sich weder um exklusive Strukturen noch um vorab begrenzte Zugänge, sondern um Angebote, die zur aktiven Mitgestaltung ausdrücklich einluden.
Gerade jene, die heute mit einem hohen Vertretungs- und Deutungsanspruch Kritik äußern, haben diese Möglichkeiten jedoch nicht genutzt, um sie konstruktiv mit Leben zu füllen. Insbesondere wurde versäumt,
- eigene Formate zu entwickeln,
- Veranstaltungen aktiv mit zu organisieren,
- mit tragfähige Kooperationen aufzubauen,
- gemeinsame Initiativen anzustoßen,
- die eigene Webseiten inhaltlich weiterzuentwickeln,
- Publikationen, Audio- oder Streaming-Formate in die Arbeit zu integrieren.
Wäre ein Teil der Energie, die heute in Ablehnung, Blockade und Delegitimierung investiert wird, parallel in den Aufbau eigener inhaltlicher Beiträge und Strukturen geflossen, hätte dies nachvollziehbar
- zu größerer inhaltlicher Vielfalt,
- zu einer klareren eigenständigen Profilbildung,
- und zu einer substanzielleren Weiterentwicklung für alle Beteiligten
beitragen können.
Diese Möglichkeit bestand zu jedem Zeitpunkt. Sie wurde nicht verwehrt, sondern wurde faktisch nicht genutzt.
8. Bewertung der aktuellen Forderungen
Vor diesem Hintergrund ist die Forderung nach einer Auflösung oder Rückabwicklung der erfolgreich entwickelten Formate problematisch.
Sie erscheint:
- nicht aus einem tragfähigen alternativen Konzept heraus formuliert,
- nicht auf der Basis eigenständiger inhaltlicher oder organisatorischer Gegenentwürfe,
- sondern primär als Reaktion auf veränderte Strukturen und verlorene Deutungshoheit.
Eine solche Forderung ist daher nicht konstruktiv, sondern strukturell destruktiv, da sie:
- funktionierende und anerkannte Formate gefährdet,
- gewachsene Kooperationen infrage stellt,
- und Entwicklungsprozesse blockiert, ohne selbst eine tragfähige Alternative anzubieten.
9. Schlussfolgerung (ohne Schuldzuweisung)
Diese unterschiedliche Entwicklung ist kein moralisches Versagen einzelner, sondern Ausdruck eines strukturellen Spannungsfeldes:
- zwischen Öffnung und Abschottung,
- zwischen Professionalisierung und Gewohnheit,
- zwischen Vernetzung und Deutungshoheit.
Sie macht jedoch deutlich, dass ein einheitliches Verständnis vom Gesprächskreis nicht mehr vorausgesetzt werden kann – und dass eine klare strukturelle Einordnung notwendig ist, um die erreichten Entwicklungen nicht zu gefährden.

