Richard Nixon – Eskalation in Vietnam – Abkehr vom Goldstandart – Watergate

Richard Nixons Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten (1969-1974) war geprägt von bedeutenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen.

Wahlkampf und Vietnamkrieg

  • Wahlkampfversprechen: Nixon kandidierte 1968 mit dem Versprechen, den Vietnamkrieg zu beenden. Er sprach von einem „ehrenhaften Frieden“ und führte seinen Wahlkampf mit dem Slogan „Peace with Honor“.
  • Eskalation des Krieges: Trotz seines Wahlversprechens eskalierte Nixon zunächst den Krieg. Er ordnete geheime Bombardierungen in Kambodscha und Laos an und erhöhte die militärischen Aktionen, um Druck auf Nordvietnam auszuüben.
  • Vietnamisierung: Nixon führte die Politik der „Vietnamisierung“ ein, die darauf abzielte, die Verantwortung für den Krieg schrittweise auf die südvietnamesischen Streitkräfte zu übertragen, während die US-Truppen abgezogen wurden.
  • Friedensabkommen: Unter Nixon wurden schließlich die Pariser Friedensverhandlungen intensiviert, was 1973 zu einem Waffenstillstandsabkommen führte und den Abzug der meisten US-Truppen aus Vietnam einleitete.

Wirtschaftspolitik und Abkehr vom Goldstandard

  • Wirtschaftliche Herausforderungen: Nixons Amtszeit war von wirtschaftlichen Problemen wie hoher Inflation und Arbeitslosigkeit geprägt. Die USA hatten auch Schwierigkeiten mit dem Zahlungsbilanzdefizit.
  • Nixon-Schock: 1971 kündigte Nixon überraschend Maßnahmen an, die als „Nixon-Schock“ bekannt wurden. Dazu gehörte die Suspendierung der Konvertibilität des US-Dollars in Gold, was effektiv das Bretton-Woods-System und den Goldstandard beendete. Dies führte zur Einführung flexibler Wechselkurse.
  • Lohn- und Preiskontrollen: Nixon führte vorübergehend Lohn- und Preiskontrollen ein, um die Inflation zu bekämpfen.

Weitere wichtige Ereignisse und Politiken

  • Außenpolitik: Nixon und sein Sicherheitsberater Henry Kissinger verfolgten eine Politik der Détente (Entspannung) gegenüber der Sowjetunion und China. 1972 besuchte Nixon China, was zu einer historischen Normalisierung der Beziehungen führte. Auch das SALT-I-Abkommen zur Begrenzung strategischer Waffen wurde unterzeichnet.
  • Inlandsangelegenheiten: Gründung der Environmental Protection Agency (EPA) und Umweltgesetzgebung
    1. Öffentlicher Druck und Umweltbewegung:
      • Aufkommende Umweltbewegung: In den späten 1960er Jahren erlebten die USA eine zunehmende Sensibilisierung für Umweltprobleme. Umweltkatastrophen wie der Ölverschmutzung auf den Stränden von Santa Barbara im Jahr 1969 und das Feuer auf dem Cuyahoga River im selben Jahr erregten großes öffentliches Aufsehen.
      • Erster Earth Day: Am 22. April 1970 fand der erste Earth Day statt, der von Millionen Amerikanern unterstützt wurde und die Notwendigkeit von Umweltschutzmaßnahmen ins öffentliche Bewusstsein rückte.
    2. Politische Reaktion:
      • Bipartisaner Konsens: Der zunehmende öffentliche Druck und die starke Unterstützung für Umweltanliegen führten zu einem parteiübergreifenden Konsens im Kongress, dass Maßnahmen zum Schutz der Umwelt erforderlich seien.
      • Nixons Strategie: Obwohl Nixon nicht unbedingt als Umweltschützer bekannt war, erkannte er die politische Notwendigkeit, auf diese gesellschaftlichen Forderungen zu reagieren. Seine Entscheidung zur Gründung der EPA und die Verabschiedung von Gesetzen wie dem Clean Air Act von 1970 und dem Clean Water Act von 1972 waren daher auch taktische Maßnahmen, um politische Unterstützung zu gewinnen und den zunehmenden gesellschaftlichen Forderungen nach Umweltschutz gerecht zu werden.
  • Watergate-Skandal: Der Watergate-Skandal, bei dem Mitarbeiter des Weißen Hauses in einen Einbruch im Hauptquartier der Demokratischen Partei verwickelt waren und Nixon versuchte, die Untersuchung zu behindern, führte 1974 zu seiner Amtsenthebung und seinem Rücktritt.

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