Kategorie: Freunde Freidenker

Hannes Hofbauer – Aller Rechte beraubt

📆 So., 19. Apr. ’26
🕗 15:00 Uhr
📌 SAALBAU Bornheim
  Arnsburger Straße 24
  60385 Frankfurt am Main
  iCalgCaloffice


Anmeldung:
Bitte melden Sie sich per E-Mail  anmeldung-hofbauer@nachdenken-in-frankfurt.de an.

Rechtsstaat unter Vorbehalt“ – Sanktionen ohne Verfahren

Der Veranstalter Deutscher-Freidenker-Verband Hessen e.V. und der NDS-GK Frankfurt lädt im Rahmen seiner Themenreihe „Rechtsstaat unter Vorbehalt“ zu einer hochaktuellen Veranstaltung mit Hannes Hofbauer ein.

Eine wichtige Veranstaltung zur richtigen Zeit – und ein zentraler Beitrag zur Debatte um den Zustand des Rechtsstaats in Deutschland und Europa.

Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat

Lesung und Diskussion mit Hannes Hofbauer, Historiker und Verleger, Wien

Die EU hat mittlerweile mehr als 2700 Personen und Organisationen auf Sanktionslisten gesetzt. Betroffen sind überwiegend Russen, aber auch EU-Bürger, darunter der linke kurdisch-stämmige Deutsche Hüseyin Dogru aus Berlin und die in Russland lebenden Journalisten Alina Lipp und Thomas Röper. Das jüngste und prominenteste Beispiel ist der Schweizer Jaques Baud, ehem. Oberst der Schweizer Armee.

Die sanktionierten Personen verlieren all ihre Rechte: Vermögensentzug, Kontosperre, Passabgabe, Verbot der Hilfe durch nahestehende Personen. All das ohne Gerichtsverfahren, d.h. ohne Anklage, Verteidigung, ohne Anhörung. Diese neue Art der herrschaftlichen Repression erinnert an vormoderne Zei­ten, von der mittelalterlichen Acht bis zur Ausbürgerungspraxis der Nazis.

Hofbauer, Hannes: Aller Rechte beraubt.
Mit außergerichtlichen EU-Sanktionen zum autoritären Staat

Promedia 2026. 224 S. 14,8 x 21. brosch.

Print: € 22,00. ISBN: 978-3-85371-556-7.
E-Book: € 17,99. ISBN: 978-3-85371-938-1.

 

Seit einigen Jahren greift die Europäische Union zu einem Instrument, das die Fundamente des Rechtsstaats infrage stellt: Sanktionen gegen Personen und Organisationen, verhängt ohne Gerichtsverfahren, Anhörung oder Verteidigung. Tausende Menschen landen auf schwarzen Listen, ihre Vermögen werden eingezogen und ihre Bewegungsfreiheit beschränkt.

Hannes Hofbauer untersucht die politischen, juristischen und historischen Dimensionen dieser Entwicklung. Er zeigt, wie sich die EU-Behörden seit 2014 – als Mittel im Kampf gegen Moskau – Kompetenzen angeeignet haben, die sie zum Ankläger und Richter in Personalunion machen. Solange sich die Sanktionen gegen russische und ukrainische Staatsbürger richten, mag deren schiere Existenz nicht bedroht sein. Seit 2022 und verstärkt seit dem 20. Mai 2025 werden jedoch auch EU-Bürger sanktioniert und damit all ihrer Rechte beraubt. Selbst die Hilfeleistung durch Angehörige oder Freunde steht unter Strafe.

Die neue Sanktionspolitik erinnert an vormoderne Strafregime. Der Autor geht deshalb zurück in die Geschichte und erinnert an Repressionsmaßnahmen wie die mittelalterliche Verbannung oder die Reichsacht, der z. B. Martin Luther ausgesetzt war. Im 19. Jahrhundert kam die Ausbürgerung als Strafe in Mode; sie erreichte im Nationalsozialismus ihren Höhepunkt. Heutige Terror- und Sanktionslisten fanden erst im 21. Jahrhundert massenhafte Verwendung durch die USA, die UNO und die EU.

Anhand konkreter Fälle – darunter drei Deutsche, die auf EU-Listen gelandet sind – zeigt Hofbauer, wie schnell politische Abweichung zur materiellen Vernichtung und zum gesellschaftlichen Ausschluss führen kann.

„Aller Rechte beraubt“ ist eine präzise Analyse einer stillen Machtverschiebung: von der Gewaltenteilung zum Ausnahmezustand.

Der Autor

Hannes Hofbauer, geboren 1955 in Wien, Studium der Wirtschafts- und Sozialgeschichte; Publizist und Verleger. Von ihm erschienen u. a.: „Verordnete Wahrheit, bestrafte Gesinnung. Rechtsprechung als politisches Instrument“, „Feindbild Russland. Geschichte einer Dämonisierung“ und „Im Wirtschaftskrieg. Die Sanktionspolitik des Westens und ihre Folgen. Das Beispiel Russland“.

    Light