Gemeinsam mehr erreichen

Wie aus einer Idee eine regionale Vernetzung der NachDenkSeiten-Gesprächskreise entstand

Es gibt Ideen, deren Zeit einfach gekommen ist.

Über viele Jahre hinweg sind in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg engagierte NachDenkSeiten-Gesprächskreise entstanden. Jeder von ihnen arbeitet eigenständig, organisiert Vorträge, Diskussionsabende und Informationsveranstaltungen und schafft Räume für den politischen Austausch.

Alle diese Aktivitäten stehen dabei in einer gemeinsamen ideellen Grundhaltung, wie sie auch die NachDenkSeiten prägt: der Orientierung an unabhängiger Information, kritischem Denken, Frieden und sozialer Gerechtigkeit und gegenseitigem Respekt – und an dem Anspruch, gesellschaftliche Entwicklungen nicht nur zu kommentieren, sondern auch zu hinterfragen. Diese Grundidee, die eng mit der Arbeit von Albrecht Müller verbunden ist, wirkt dabei für viele Gesprächskreise als verbindender Bezugspunkt.

Doch obwohl alle ähnliche Ziele verfolgen, arbeiteten die meisten Gruppen bislang weitgehend unabhängig voneinander.

Dabei standen sie oft vor denselben Fragen:
Welche Erfahrungen haben andere Gesprächskreise bereits gemacht?
Wie gewinnt man neue Interessenten – insbesondere auch jüngere Menschen?
Wie organisieren andere erfolgreiche Veranstaltungen?

Wie finden wir interessante Referenten?
Wie können wir neue Medien nutzen?
Wie können wir unsere Kräfte besser bündeln, ohne unsere Eigenständigkeit aufzugeben?

Je häufiger diese Fragen gestellt wurden, desto deutlicher wurde, dass darin auch eine Chance liegt.

Nicht in Form einer neuen Organisation.
Nicht durch zusätzliche Gremien.

Sondern durch ein Netzwerk von Menschen, die bereit sind, ihre Erfahrungen miteinander zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.

So entstand die Idee einer regionalen Vernetzung der NachDenkSeiten-Gesprächskreise SüdWest.

Der erste Schritt

Mit dem Regionaltreffen in Worms wurde aus dieser Idee erstmals Wirklichkeit.

Vertreter verschiedener Gesprächskreise trafen sich, um sich persönlich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie eine solche Zusammenarbeit aussehen könnte.

Schon die ersten Gespräche machten deutlich, dass alle Teilnehmer ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Viele Herausforderungen wiederholten sich von Gesprächskreis zu Gesprächskreis. Gleichzeitig verfügte jede Gruppe über wertvolle Erfahrungen, von denen andere profitieren konnten.

Gerade diese Erkenntnis machte das Treffen so besonders.

Anstelle fertiger Konzepte entstand ein lebendiger Austausch.
Es wurde diskutiert.
Nachgefragt.
Zugehört.
Und manchmal stellte man überrascht fest, dass andere bereits Lösungen für Probleme gefunden hatten, mit denen man selbst gerade noch beschäftigt war.

Eine Atmosphäre, die Mut macht

Rückblickend war vielleicht gar nicht das einzelne Ergebnis das Wichtigste.
Es war die Atmosphäre.
Von Beginn an war spürbar, dass hier Menschen zusammenkamen, die sich nicht als Konkurrenten verstehen, sondern mit unterschiedlichen Perspektiven an einer gemeinsamen Sache arbeiten, die sich aus der ideellen Grundlage der NachDenkSeiten speist.
Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen wurden nicht gegeneinander ausgespielt. Sie ergänzten sich. Jeder brachte seine eigenen Stärken ein. Gerade dadurch entstanden neue Ideen.
Auch unterschiedliche Einschätzungen in einzelnen Fragen waren Teil der Gespräche, wurden jedoch im Sinne des gemeinsamen Anliegens konstruktiv aufgenommen und weitergeführt.
Viele Teilnehmer beschrieben später genau dieses Vertrauen als den eigentlichen Erfolg des Treffens.

Was soll die Vernetzung leisten?

Bereits während des Treffens entstanden zahlreiche Ideen, wie eine Zusammenarbeit ganz praktisch aussehen könnte.

Dazu gehören beispielsweise:
• gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit,
• Erfahrungsaustausch zwischen den Gesprächskreisen,
• gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen,
• der Austausch von Referenten,
• regionale Terminabstimmungen,
• gegenseitige technische und organisatorische Hilfe,
• gemeinsame Projekte über die Grenzen einzelner Gesprächskreise hinaus.

Dabei wurde ein Grundsatz von Anfang an deutlich: Jeder Gesprächskreis bleibt vollständig eigenständig.
Die Vernetzung soll keine neue Organisation sein. Sie ersetzt keine bestehenden Strukturen. Sie trifft keine Entscheidungen für andere. Sie versteht sich ausschließlich als Plattform für Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und freiwilligen Austausch.
Gerade diese Offenheit wurde von allen Beteiligten als große Stärke empfunden

Von der Idee zur Praxis

Dass die Vernetzung keine bloße Absichtserklärung geblieben ist, zeigte sich bereits wenige Tage nach dem Regionaltreffen.

Erste gemeinsame Projekte wurden unmittelbar angestoßen. Kontakte wurden vermittelt. Veranstaltungen gemeinsam geplant. Neue Kooperationen entstanden.
Auch organisatorische Fragen konnten bereits durch den Erfahrungsaustausch einfacher gelöst werden.
So entwickelte sich aus einem ersten Kennenlernen sehr schnell Ansätze für eine lebendige Zusammenarbeit.

Warum Vernetzung heute wichtiger denn je ist

Gesprächskreise leben vom Engagement ihrer Mitglieder. Dieses Engagement verdient Unterstützung.
Viele Aufgaben lassen sich gemeinsam einfacher bewältigen als allein.
Wenn Erfahrungen geteilt werden, wenn erfolgreiche Ideen weitergegeben werden, wenn Kontakte vermittelt werden, wenn sich Menschen gegenseitig unterstützen, dann entsteht ein Mehrwert, der allen zugutekommt.

Nicht nur den beteiligten Gesprächskreisen, sondern auch der übergeordneten ideellen Plattform der NachDenkSeiten, die für viele als Orientierung dient – mit ihren Grundwerten Frieden und soziale Gerechtigkeit, wie sie auch von Albrecht Müller seit vielen Jahren geprägt und vertreten werden.
Und letztlich auch den vielen Menschen, die unsere Veranstaltungen besuchen und sich für unabhängige Informationen interessieren.

Ein Netzwerk wächst

Das Treffen in Worms war kein Abschluss. Es war ein Anfang.

In den kommenden Monaten sollen weitere Gesprächskreise eingebunden werden. Regelmäßige Regionaltreffen sollen den Austausch fortsetzen. Gemeinsame Projekte werden weiterentwickelt. Und auch neue Ideen werden ihren Platz finden.
Die Vernetzung versteht sich dabei ausdrücklich als offener Prozess. Sie lebt vom Mitmachen. Von gegenseitigem Vertrauen. Von der Bereitschaft, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Manchmal entstehen die wichtigsten Entwicklungen nicht durch große Beschlüsse, sondern durch Menschen, die sich an einen Tisch setzen und feststellen, dass sie mehr verbindet als trennt.
Das erste Regionaltreffen der NachDenkSeiten-Gesprächskreise SüdWest war genau ein solcher Moment.

Aus einzelnen Gesprächskreisen beginnt ein Netzwerk zu wachsen. Langsam. Organisch. Ohne Hierarchien. Aber mit einer gemeinsamen Überzeugung:
Gemeinsam können wir mehr erreichen als jeder für sich allein.

Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen und werden auf dieser Webseite regelmäßig über neue Entwicklungen, gemeinsame Projekte und kommende Veranstaltungen berichten.

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