Appell: „Nein zur Wehrpflicht“

Ein offener Brief an die Gesprächskreise

Appell: Solidarität mit den Bündnissen „Nein zur Wehrpflicht“ –
Unsere Chance für das Erreichen der jungen Generation

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,
liebe Engagierte in den NDS-Gesprächskreisen, liebe Verantwortliche,

die Analysen und Diskussionen des Friedensratschlags 2025 haben erneut gezeigt, wie eng Militarisierung, Auf- und Hochrüstung und soziale Einschnitte miteinander verflochten sind und wir bald deren Auswirkungen stärker zu spüren bekommen werden. Gleichzeitig zeichnet sich aber eine konkrete Chance ab, eine unserer größten Schwächen anzugehen: die fehlende Verbindung zur jungen Generation.

Diese Chance hat einen Namen: die Jugendinitiative „Nein zur Wehrpflicht“.

Diese jungen Menschen sind organisiert, motiviert und handeln mit beeindruckendem Ernst und Mut. Sie warten nicht darauf, „abgeholt“ zu werden – sie sind bereits unterwegs.
Jetzt sind wir am Zug. Wir müssen uns nur bewegen!

Die Jugendinitiative „Nein zur Wehrpflicht“ kann unsere Solidarität gebrauchen – und wir sie!

Die geplante Wiedereinführung der Wehrpflicht hat eine Welle der Empörung ausgelöst und erstmals seit Jahren eine lautstarke, selbstorganisierte Jugendbewegung hervorgebracht. Für uns als etablierte Friedens- und Kritikbewegung ist das eine historische Gelegenheit:

  • eine Brücke zur Jugend: Hier öffnet sich eine Tür für den dringend nötigen Dialog zwischen den Generationen.
  • Gemeinsame Sache: Wir finden eine konkrete, aktuelle Protestplattform, um gemeinsam aktiv zu werden.
  • Gegen die Überalterung: Es ist der direkteste Weg, unserer Bewegung neues Leben und neue Perspektiven einzuhauchen.
Unser Appell:

Die Initiative „Nein zur Wehrpflicht“ braucht und verdient unsere Solidarität – und wir brauchen die Energie und Entschlossenheit dieser jungen Menschen. Nutzen wir diese Chance, um ins Gespräch zu kommen, gemeinsame Aktionen zu planen und so dem Frieden eine starke, generationenübergreifende Stimme zu geben.

Aktionstag am 5. Dezember – Streiks, Proteste, Kundgebungen

Am Tag, an dem das Wehrpflichtgesetz voraussichtlich im Bundestag abgestimmt werden soll, findet ein bundesweiter Aktionstag statt.
Schülerinnen und Schüler planen Streiks und Demonstrationen in zahlreichen Städten, auch in unserer Region Darmstadt, Friedberg und Frankfurt werden bereits Proteste vorbereitet.

Für unsere Gesprächskreise und Friedensinitiativen bedeutet das die Möglichkeit,

  • den Kontakt zur jungen Generation zu suchen,
  • Solidarität öffentlich sichtbar zu zeigen,
  • gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln.
  • und so dem Problem der Überalterung wirksam entgegenzutreten.
Gemeinsamer Solidaritätsappell – pragmatisch, schnell wirksam und politisch notwendig

Da die Zeit bis zum Aktionstag am 5. Dezember sehr kurz ist, schlagen wir vor, im ersten Schritt eine gemeinsame, starke Solidaritätsbekundung aller Gesprächskreise und Friedensinitiativen unserer Region an die Organisatoren der „Nein zur Wehrpflicht“ Bündnisse abzugeben.

Konkrete Aktionen, Beteiligungsformen oder lokale Unterstützungsangebote sollen bewusst vorerst dezentral und im kleineren Kreis abgestimmt werden
– je nach Möglichkeiten, Kapazitäten und Strukturen vor Ort.

Wir möchten dazu ermutigen,
  • den Jugendlichen unsere Solidarität zu erklären,
  • Informationen zu den Protesten weiterzutragen,
  • das Material der Jugendinitiative zu verbreiten (Flyer, Plakate, Argumentationshilfen),
  • lokale Streiks und Kundgebungen – nach Möglichkeit – zu unterstützen,
  • und ggf. eigene Beteiligungen im kleineren Kreis zu organisieren.
Wir schlagen außerdem vor, gemeinsam die Redaktion der NachDenkSeiten zu bitten:
  • die Jugendinitiative „Gegen Wehrpflicht“ redaktionell und inhaltlich zu begleiten und zu unterstützen,
  • Veranstaltungen und Aktivitäten zu veröffentlichen, bei denen Gesprächskreise unserer Region die Jugend aktiv unterstützen.

Das würde die Sichtbarkeit der Initiative erheblich erhöhen und unsere gemeinsamen Bemühungen stärken.

Eure Einschätzungen und Ideen sind entscheidend, damit wir diesen Schritt gemeinsam und wirkungsvoll gehen können. Bitte lasst uns bis zum 20. November wissen, ob ihr den Appell mittragt und wie eine gemeinsames Vorgehen aussehen könnte.

Heinz Wegner
Redaktion „Nachdenken in Frankfurt“
Mitorganisator der „Frankfurter FriedensGespräche
Koordination Vernetzung
heinz@nachdenken-in-frankfurt.de

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