Alawiten oder Aleviten?

Alawiten und Aleviten sind zwei unterschiedliche islamische Glaubensrichtungen mit Wurzeln im schiitischen Islam, die sich auf Ali ibn Abi Talib berufen, aber eigene Lehren und Praktiken haben:

Alawiten sind eine arabischsprachige Gemeinschaft, hauptsächlich in Syrien, mit esoterischen, nur Männern zugänglichen Riten, während

Aleviten in Anatolien (Türkei) leben, Frauen gleichberechtigt einbeziehen und ihre Zeremonien (Cem) in der Cemevi abhalten, wobei sie sich oft von orthodoxen Islamtraditionen distanzieren. 

  Alawiten (Nusairier) Aleviten
Sprache: Arabisch Türkisch
Herkunft:
Entstanden im 9. Jh. im Irak
Entstanden im 13./14. Jh. in Anatolien (Türkei).
Verbreitung: heute hauptsächlich in Syrien
(u.a. Assad-Familie).
Türkei
Glaube: Sehr esoterisch, mystisch, mit Einflüssen aus Christentum und älteren Glaubens­richtungen; glauben an die Göttlichkeit Alis. Liberale Strömung, die islamische Lehren mit anatolischen Mystik­traditionen verbindet; lehnt viele orthodoxe Gebote ab (z. B. Moschee-Gebet).
Rituale: Geheim, nur für eingeweihte Männer zugänglich; Frauen sind ausgeschlossen. Offen, Frauen und Männer gleichberechtigt; Gottesdienste (Cem) finden in Cemevis statt (keine Moscheen).
    Suchen Anerkennung als eigenständige Religion.

Siedlungsgebiete der Alawiten und anderer schiitischer Gruppen in Türkei, Syrien und Libanon

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